Der informierte Leser wundert sich, mit welcher Unverfrorenheit die Lüge von der überdimensionalen Familienförderung in Deutschland über die Medien verbreitet wird. Aber dadurch, dass man sie ständig wiederholt wird sie auch nicht glaubhafter. Ja, Deutschland ist Spitze - aber nur im Schönrechnen. Natürlich wurde die (bewusst nicht näher bezeichnete, und deshalb nicht überprüfbare!) Studie von der Wirtschaft in Auftrag gegeben, die nur das eine Ziel verfolgt, über möglichst alle greifbaren Arbeitskräfte zu verfügen. Denn je mehr Bewerber/innen sich um einen Arbeitsplatz streiten, desto leichter können die Löhne gedumpt werden. Deshalb müssen Familien mit Kindern finanziell so geknebelt werden, dass Müttern gar nichts anderes übrig bleibt, als sich von ihren Babys zu trennen, um ein paar Kröten dazu zu verdienen. Daher die so logisch wie zynische Feststellung eines Herrn Axel Plünneke vom Institut der deutschen Wirtschaft, Handlungsbedarf wie etwa die Einführung eines Betreuungsgeldes bestehe nicht, aber die Kinderbetreuung müsse weiter ausgebaut werden. Was an der „spitzenmäßigen“ finanziellen Unterstützung der Eltern dran ist, kann der werte Herr Plünneke daran erkennen, dass in Deutschland trotz einer Steigerung der Müttererwerbsrate um 60 Prozent und einer Steigerung des Kindergeldes auf das Sechsfache in dem Zeitraum seit 1965 heute bereits jedes sechste Kind unterhalb des Existenzminimums lebt.